Sehnsucht nach Zukunft. Sie steckt in uns allen. Seit wir Menschen „jenseits von Eden“ leben, suchen wir nach Sinn, Halt und Zukunftsperspektiven. Wir wollen wissen, wie es mit uns weiter geht, was uns die Zukunft bringt, und wohin diese Welt steuert. Wenigstens einen Spalt breit, wollen wir den dunklen Vorhang beiseite schieben, der uns den Blick in die Zukunft verwehrt. Und dazu ist uns jedes Mittel recht.
Der Blick in die Zukunft – fragwürdige Angebote
Die Wahrsager haben Hochkonjunktur – mehr noch als zur Zeit des Mittelalters. Allein im deutschsprachigen Raum sollen inzwischen über 100.000 haupt- und nebenberuflich ihre Dienste anbieten. Nicht weniger als 38 Prozent der erwachsenen Bevölkerung hierzulande meint, dass sich die Zukunft voraussagen lässt. Aber wie hell sehen die Hellseher wirklich? Wie zuverlässig sind die Deutungen von Horoskopen und Handlinien, von Karten und anderen Orakeln? So zahlreich die Arten der Voraussagen auch waren und sind, brauchbare Ergebnisse gibt es nicht. Dennoch: Die esoterisch-okkulte Welle rollt durch unser Land. Sie erfasst alle Altersstufen und Gesellschaftsschichten. --- Die Bibel warnt: „Hört nicht auf eure Wahrsager, Traumdeuter, Zeichendeuter und Zauberer… denn sie weissagen euch Lüge“ (Jeremia 27,9f).
Die Zeichen der Zeit – Orientierung ist möglich
Die Bibel gibt hilfreiche Orientierung im Bezug auf die Zukunft dieser Welt. Sie spricht von den Zeichen der Zeit, die es zu beachten gilt: Hungersnöte, Naturkatastrophen, Gewalt (Terror), Kriege, Verführung, zunehmende Verfolgung der Christen (Matthäus 24). Ziel dieser Zeichen: Erhöhte Wachsamkeit. Nicht Spekulation. Kein Mensch hat Einblick in den Terminkalender Gottes (Matthäus 24,36). Die prophetischen Zeichen sollen die Glaubenden wach halten. Und trösten. Christen brauchen angesichts der weltgeschichtlichen Abwärtsbewegung nicht zu resignieren. Sie wissen: Mitten im Wirrwarr dieser Welt steht Gott. Er hat seine Hand im Spiel. Er schafft den neuen Himmel und die neue Erde. Und dort wird es kein Leid und keine Tränen mehr geben.
Leider gab es immer wieder Zeiten, in denen die apokalyptischen Zeichen von Christen überbewertet bzw. falsch interpretiert wurden. Erstellt wurde ein Fahrplan für die Endzeit. Ich erinnere zum Beispiel an die Bücher von Hal Lindsay („Alter Planet Erde, wohin?“). Solche Literatur hat in manchen Christen eine spekulative Neugier entfacht. Man meinte, Gott mittels dieser Angaben in die Karten schauen zu können. Liest man heute solche Bücher, also Jahrzehnte später, so erkennt man die vielen Fehlprognosen und damit die Fragwürdigkeit der apokalyptischen Zuordnung nur allzu deutlich.
Beachten wir die Zeichen der Zeit, so gibt es noch eine weitere Gefahr. Sie kann uns zur Passivität verleiten. Manche Christen sagen resigniert: „Die Zeiten werden immer schlechter. Wenn die Welt in Kürze untergeht, dann macht doch alles Tun und Helfen keinen Sinn mehr?“ Eine solche Haltung widerspricht der Bibel zutiefst. Der fromm getarnte Rückzug aus der bösen Welt, kann keine Lösung sein.
Im Gegenteil: Jesus Christus hat klar gemacht, dass ein wesentliches Zeichen der Endzeit darin besteht, dass Christen bis zuletzt die gute Nachricht von Jesus unter allen Völkern verbreiten (Markus 13,10). Gottes Liebe soll in Wort und Tat sichtbar und begreifbar gemacht werden. Wir sind gefordert – zu tun – was Gott von uns heute erwartet.
© Ernst Bai (Nov. 08)
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